Eine Sitemap ist schnell erzeugt – die eigentliche Arbeit steckt in der Liste davor. Diese Checkliste geht die Punkte in der Reihenfolge durch, in der sie in der Praxis anfallen: von der Auswahl der URLs über Dateigrenzen und Format bis zur Kontrolle nach dem Einreichen.
Die URL-Liste bereinigen
- Nur kanonische URLs. Verweist eine Seite per
rel="canonical"auf eine andere, gehört nur das Ziel in die Sitemap. Sonst sendest du Google widersprüchliche Signale. - Nur URLs mit Statuscode 200. Prüfe die Liste vor dem Export. Fehlerseiten haben in einer Sitemap nichts verloren.
- Keine Weiterleitungen. Steht eine weitergeleitete URL in der Liste, ersetze sie durch das Weiterleitungsziel – sofern das Ziel selbst alle Punkte dieser Liste erfüllt.
- Kein noindex. Eine Seite mit noindex in der Sitemap ist ein Widerspruch: Du bittest Google, eine Seite zu crawlen, die nicht in den Index soll.
- Keine Parameter-Duplikate. Filter-, Sortier- und Tracking-Varianten wie
?sort=preisoder?utm_source=fliegen raus, wenn die Seite ohne Parameter denselben Inhalt zeigt. - Nur Seiten, die du in der Suche sehen willst. Login, Warenkorb, interne Suchergebnisse oder Danke-Seiten gehören nicht hinein, auch wenn sie technisch einwandfrei erreichbar sind.
Grenzen einer einzelnen Datei
- Höchstens 50.000 URLs. Mehr Einträge darf eine Sitemap-Datei nicht enthalten.
- Höchstens 50 MB unkomprimiert. Die Grenze gilt für die entpackte Datei, nicht für die gezippte Version.
- Darüber wird geteilt. Überschreitet deine Liste eine der beiden Grenzen, verteilst du die URLs auf mehrere Dateien.
Beide Grenzwerte findest du in Googles Dokumentation zu Sitemaps. Maßgeblich ist immer die Grenze, die du zuerst erreichst.
Wann du eine Sitemap-Indexdatei brauchst
- Sobald es mehr als eine Datei gibt. Eine Indexdatei listet die einzelnen Sitemaps auf. Bei Google reichst du dann nur diese Indexdatei ein, nicht jede Sitemap einzeln.
- Bei bewusster Aufteilung nach Bereichen. Auch unterhalb der Grenzen kann es sinnvoll sein, etwa Produkte, Kategorien und Ratgeber zu trennen. So erkennst du später schneller, in welchem Bereich es hakt.
Wenn deine Liste schon fertig ist, musst du das XML nicht von Hand schreiben: Mit IndexFix Tools kannst du die Sitemap direkt im Browser bauen. Du fügst die URL-Liste ein und bekommst XML-Sitemap-Dateien zurück; bei einer großen Liste sind es mehrere Dateien plus eine Indexdatei. Das Tool ist kostenlos, die Bereinigung der Liste nimmt es dir allerdings nicht ab – die Punkte aus dem ersten Abschnitt bleiben deine Aufgabe.
Anforderungen an das Format
- Absolute URLs. Immer vollständig mit Protokoll und Domain, also
https://www.example.de/ratgeber/statt/ratgeber/. - UTF-8. Speichere die Datei in UTF-8-Kodierung und achte darauf, dass Sonderzeichen in URLs sauber kodiert sind.
<lastmod>nur mit echtem Datum. Google nutzt den Wert, wenn er durchgängig und nachprüfbar stimmt – also bei relevanten Inhaltsänderungen, nicht wegen einer neuen Jahreszahl im Footer. Lieber kein Datum als ein geschöntes.<priority>und<changefreq>weglassen. Google ignoriert beide Angaben, sie blähen die Datei nur auf.
So sieht eine minimale Sitemap mit zwei URLs aus:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
<url>
<loc>https://www.example.de/ratgeber/sitemap-erstellen/</loc>
<lastmod>2026-10-12</lastmod>
</url>
<url>
<loc>https://www.example.de/produkte/</loc>
</url>
</urlset>
Ablage und Einreichen
- Speicherort wählen. Eine Sitemap wirkt nur auf URLs in dem Ordner, in dem sie liegt. Im Stammverzeichnis deckt sie die ganze Website ab. Reichst du sie über die Search Console ein, gilt diese Einschränkung nicht.
- Bericht „Sitemaps“ in der Search Console. Dort trägst du die URL der Sitemap oder der Indexdatei ein. Später siehst du im selben Bericht, wann Googlebot die Datei gelesen hat und ob bei der Verarbeitung Fehler aufgetreten sind.
- Zeile in der robots.txt. Alternativ ergänzt du eine Zeile
Sitemap: https://www.example.de/sitemap_index.xmlmit der vollständigen URL. Mehrere solcher Zeilen sind erlaubt.
Nach dem Einreichen prüfen
- Status im Bericht „Sitemaps“. Wurde die Datei gelesen, und gibt es Verarbeitungsfehler? Fehler im Format korrigierst du in der Datei, nicht im Bericht.
- Bericht „Seitenindexierung“. Tauchen URLs aus deiner Sitemap dort mit Gründen wie Weiterleitung oder noindex auf, war die Liste nicht sauber. Gehe dann zurück zum ersten Abschnitt.
- Kein Widerspruch zur robots.txt. URLs, die in der Sitemap stehen, sollten nicht per
Disallowgesperrt sein. - Realistische Erwartungen. Eine Sitemap ist ein Hinweis, kein Befehl. Sie garantiert weder das Crawling noch die Indexierung einer URL.
- Regelmäßig aktualisieren. Neue Seiten kommen hinzu, gelöschte oder weitergeleitete fliegen raus. Eine veraltete Sitemap verliert schnell ihren Nutzen.
Wer diese Punkte einmal sauber durchgeht, hat die meisten Probleme schon vor dem Einreichen gelöst. Den Rest zeigen dir die beiden Berichte in der Search Console – vorausgesetzt, du schaust nach dem Einreichen auch wirklich hinein.
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